3. April bis 31. Oktober, Ottobeuren
Spuren des Bauernkriegs – Embryonische Elemente der Freiheyt

Eine multimediale Ausstellung im Kloster Ottobeuren 

Ottobeuren – Zum 500. Jahrestag des Sturms auf das Kloster Ottobeuren widmet sich eine außergewöhnliche Ausstellung den Ereignissen von 1525 und ihrer Bedeutung für heutige gesellschaftliche Diskurse. „Spuren des Bauernkriegs – Embryonische Elemente der Freiheyt“ von Lukas Rehm ist ein multimediales Kunstprojekt, das historische Ereignisse mit zeitgenössischer künstlerischer Reflexion verbindet. 

Über die Ausstellung: 

Wie viele geistliche Einrichtungen wurde auch das Kloster Ottobeuren im Frühjahr 1525 zum Schauplatz der Bauernaufstände. Die Unzufriedenheit der Ottobeurer Bauernschaft richtete sich gegen hohe Abgaben, Abhängigkeitsverhältnisse und die Herrschaft des Klosters über 27 umliegende Dörfer. Im Zuge der Plünderung wurden wertvolle Dokumente vernichtet, die Klostergebäude beschädigt und der Abt zur Flucht gezwungen. Nach dem Scheitern des Aufstands blieb Ottobeuren katholisch, und das Kloster erneuerte seine Macht bis zur Säkularisation. 

Diese historischen Ereignisse sind der Ausgangspunkt für eine raumgreifende Videoinstallation im Theatersaal der Abtei Ottobeuren, die zentrale Fragen des Bauernkriegs in überzeitliche Kontexte stellt. Dabei werden historische Texte, revolutionäre Schriften und Propaganda von 1525 mit aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen verknüpft. Ein besonderer Fokus liegt auf den „12 Bauernartikeln“, einem der ersten bekannten Forderungskataloge für soziale Gerechtigkeit. Das Druckwerk, das durch die damalige Medienrevolution des Buchdrucks Verbreitung fand, wird mit der Rolle digitaler Medien in jüngeren politischen Bewegungen – etwa dem Arabischen Frühling – in Beziehung gesetzt. 

 

 Multimediale Ausstellungselemente umfassen: 

• Eine großflächige Videoinstallation, die historische Erzählungen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. 

• Eine Raumklangkomposition (Gesang: Hasti Molavian), die historische Texte mit Protestslogans und politischen Manifesten verschränkt. 

• Interaktive Projektionen und Dokumente, die den Wandel von Widerstandsbewegungen durch neue Medientechnologien erfahrbar machen. 

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Benediktinerabtei und dem Klostermuseum Ottobeuren, dem Heimatdienst Illertal, dem Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren, dem Stadtarchiv Memmingen und dem Bauernkriegsmuseum Blaue Ente Leipheim. 

 

Performance zur Vernissage: 

Zur feierlichen Eröffnung am 2. April  zeigen die Künstler:innen Julia Dorothee Brunsch, Frank Campoi und Lukas Rehm exklusiv die Performance „Land“. In einer eindrucksvollen Mischung aus Tanz, Musik und gesprochenem Wort setzt sich das Stück mit Fragen nach Freiheit, Herrschaft und Selbstbestimmung auseinander. Die Performance ist eine einmalige Aufführung und wird ausschließlich am Eröffnungsabend präsentiert. 

Lukas Rehm (*1989, Memmingen) ist ein international tätiger Künstler und Musiker, dessen Arbeiten sich mit gesellschaftlichen Umbrüchen, neuen Technologien und sozialen Spannungsverhältnissen auseinandersetzen. Seine Werke wurden weltweit in renommierten Museen und Kunstinstitutionen gezeigt. 

 

3. April – 31. Oktober 2025
Kloster Ottobeuren
Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr
Vernissage am 2. April 2025, 20.00  Uhr mit einer eigens für diesen Anlass entwickelten Performance im Innenhof des Klosters 


Pressemitteilung des Stadtmuseum Memmingen
Foto: © Lukas-Rehm, VG-Bild-Kunst